REPETITORIUM KRANKENHAUSRECHT

Zielgruppe

Betriebsleitung, Medizincontrolling, Patientenmanagement, DRG-Beauftragte, Finanzen und Recht

Seminarprogramm

09.30 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer und Beginn des Repetitoriums

09.30 Uhr: Teil 1a: Gesetzgeber gegen Bundessozialgericht: Das Pflegepersonalstärkungsgesetz als gesetzgeberisches Korrekturinstrument

Inhalt:

Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Krankenhausabrechnung zeigt sich spätestens seit der Alleinzuständigkeit des dortigen 1.Senats erheblich einseitig. Der Gesetzgeber hat nunmehr im Nachgang zu bislang lediglich vereinzelten Modifikationen in diesem Bereich mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz zu einem Rundumschlag angesetzt, welcher zu der bekannten Klagewelle vor den deutschen Sozialgerichten mit ca. 150.000 Klageverfahren führte.

Betroffene Themenbereiche sind insb. die Verkürzung der Verjährungsfrist auf zwei Jahre und die Schaffung einer gesetzlichen Ausschlussfrist zur Geltendmachung bestimmter Forderungen zulasten der Krankenkassen sowie die durch den Gesetzgeber korrigierte Rechtsprechung zum „fiktiven wirtschaftlichen Alternativverhalten“ bei Fallzusammenführung. In diesem Zuge werden auch die seitens der Kostenträger behaupteten Schadensersatzansprüche wegen angeblich unwirtschaftlicher Verlegungen thematisiert. Überdies hat der Gesetzgeber dem DIMDI rückwirkende Klarstellungsmöglichkeiten zu den Klassifikationen überantwortet und erstmals zulasten der Krankenkassen im Rahmen des Datenträgeraustausches nach § 301 SGB V wirkende Begründungspflichten gesetzlich normiert. Nicht zuletzt hat der Gesetzgeber von den leistungserbringenden Krankenhäusern zwingend einzuhaltende Pflegepersonaluntergrenzen geschaffen.

All diese Themen werden beleuchtet und konkrete Handlungsempfehlungen für den weiteren Umgang gegeben.

10.45 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr: Teil 1b: Gesetzgeberische Weiterentwicklung des Systems: Das MDK-Reformgesetz

Inhalt:

Höchstaktuell liegt seit Anfang Mai 2019 zudem der Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium zu einer MDK-Reform vor, das sog. MDK-Reformgesetz. Betroffen sind insbesondere die geplanten Modifikationen zur Umwandlung von MDK und MDS, des AOP-Kataloges und dessen Fortschreibung, des Aufrechnungsverbotes zu Lasten der Krankenkassen, der nach Abrechnungsqualität gestaffelten Prüfquotenobergrenze, der Normierung von Strukturmerkmalsprüfungen von OPS-Komplexbehandlungscodes, der Umgestaltung des Schlichtungsausschusses Bund sowie der sozialgerichtlichen Zulässigkeitsvoraussetzung eines fachlichen Austausches mit der Krankenkasse vor Klageerhebung.

Die geplanten wesentlichen Neuregelungen werden dargestellt und diskutiert sowie erste Handlungsempfehlungen für den Fall des zum 01.01.2020 geplanten Inkrafttretens gegeben. Eine gezielte Auseinandersetzung mit den potentiell eingreifenden Regelungen ist dabei bereits jetzt für eine zukünftige und ordnungsgemäße Fallbearbeitung unerlässlich, um mit Inkrafttreten des Gesetzes unmittelbar handlungsfähig zu sein.

12.15 Uhr: Mittagspause

13.00 Uhr: 2.Teil: Spezielle Rechtsprobleme der Abrechnung von Krankenhausleistungen

Inhalt:

Die speziellen Rechtsprobleme der Abrechnung von Krankenhausleistungen stellen das Alltagsgeschäft in Patientenabrechnung und Medizincontrolling dar. Durch die Rechtsprechung der Sozialgerichtsbarkeit, insbesondere des BSG, unterliegen diese Fragestellungen stetigen Aktualisierungen und Veränderungen. Wir zeigen Ihnen diese aktuelle Rechtsprechung auf und geben Ihnen Handlungsempfehlungen für die einzelnen Themenkomplexe mit an die Hand. Dabei werden u.a. der Versorgungsauftrag eines Krankenhauses, „24-Stunden-Fälle“ sowie die vor-, nach-, und teilstationäre Leistungserbringung beleuchtet. Der aktuelle Stand rund um jene, die Krankenhäuser belastenden Begründungspflichten für Krankenhausleistungen werden erörtert. Der GBA als kleiner Gesetzgeber im Gesundheitswesen wird in seiner Organisationsform mitsamt ausgewählter Richtlinien einschließlich der Überprüfung durch den MDK dargestellt. Ebenso wird auf die jederzeit aktuellen Versuche der Kostenträger eingegangen, den Krankenhäusern die Aufwandspauschale streitig zu machen. Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 26.11.2018 zur Aufwandspauschale bei sachlich-rechnerischer Richtigkeitsprüfung wird erörtert und hinsichtlich der Übertragbarkeit auf andere Sachverhalte hinterfragt.

Die aufgrund neuer BSG-Rechtsprechung nochmals an Dynamik zunehmende Themen der zulassungsüberschreitenden Anwendung von Arzneimitteln im stationären Sektor (Stichwort: Off-Label-Use), der Beatmung und der neurologischen sowie geriatrischen Komplexbehandlungen werden diskutiert. Neben praxisrelevanten, allgemeinen Ausführungen zu Kodierfragen, Dokumentation und Spruchpraxis wird vor allem die aktuelle sozialgerichtliche Rechtsprechung zu Abrechnungsstreitigkeiten aus allen Instanzenzügen im Mittelpunkt stehen. Auch hier erfolgen konkrete Handlungsempfehlungen für den weiteren Umgang.

14.30 Uhr: Kaffeepause

14.45 Uhr: Fortführung des 2.Teils der Veranstaltung nebst Abschlussdiskussion

16.30 Uhr: Ende der Veranstaltung

Teilnahmegebühr

Je Teilnehmer wird eine Gebühr in Höhe von € 420,00 zzgl. MwSt. erhoben. In der Gebühr enthalten sind die Kosten für umfangreiche Tagungsunterlagen und Tagesverpflegung. Mandanten mit Rechtsberatervertrag zahlen eine ermäßigte Teilnahmegebühr in Höhe von € 320,00 zzgl. MwSt. Nach Anmeldung wird eine Rechnung nebst Anmeldebestätigung erteilt. Die Anmeldung ist erst mit Erteilung der Bestätigung verbindlich.

Teilnahmebedingungen

Die schriftliche Annullierung ist bis 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn kostenlos. Bis 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn wird die Hälfte der Teilnahmegebühr erhoben. Bei späteren Absagen wird die gesamte Teilnahmegebühr fällig.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Stephanie Unger als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung.

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